Tageswoche: Zukunftsmusik im Nachtigallenwäldeli

Zukunftsmusik im Nachtigallenwäldeli

Die Kuppel bringt zum zweiten Mal eine Klassik-Reihe auf die Bühne. Ist das ein kleiner Vorgeschmack, darauf wie der geplante Neubau zusätzlich zu den etablierten Genres bespielt werden könnte? Sicher ist, dass die Kuppel ihr Kulturprogramm erweitern möchte.
Von Jana Kouril


Am kommenden Sonntag (15.4. 2012) geht die klassische Konzertreihe «Klassikkuppel» zum zweiten Mal im Basler Rock-und Partyclub über die Bühne: Sie soll talentierten, jungen klassischen Musikern eine Plattform bieten, in ungezwungener Atmosphäre ihr Können einem ebenfalls jungen Publikum zu präsentieren. Die fünf Konzerte mit den Solisten, die allesamt an der Hochschule oder an der Schola Cantorum studieren, stehen in einer eher freien harmonischen und thematischen Verbindung, wie der musikalische Leiter der Reihe und Violinist Mathias Inoue erklärt.

Anspruchsvolle Werke von Bach, Dvorak, Ravel oder Vivaldi stehen auf dem Programm, vor allem aber stehen die Solisten im Mittelpunkt. Diese sollen in der Kuppel das junge Publikum für klassische Musik begeistern. Wie Simon Lutz, Inhaber der Kuppel erklärt, wolle man junge Kultur in einem ungewöhnlichen Kontext entstehen lassen, die Kuppelbühne soll ein Sprungbrett für die jungen Musiker sein.

Diese schätzen das für sie unkonventionelle Ambiente der Kuppel: «Wir können selbständiger arbeiten, das kleine Ensemble ist weniger hierarchisch aufgebaut als bei üblichen klassischen Konzerten», erzählen Marian Herrero und Orsolya Sepsi, beide Masterstudentinnen an der Basler Hochschule für Musik.

Mehr Sparten, verschiedene Altersgruppen

Gibt die klassische Konzerreihe auch einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie die Zukunft der Kuppel nach dem Neubau (voraussichtlich 2015) – zumindest was die musikalische Ausrichtung betrifft – aussehen könnte? «Was das musikalische Angebot betrifft, werden wir mit dem Neubau sicher breiter fahren. Denkbar, dass da auch Klassik für Junge hineinpassen würde», sagt Simon Lutz. Noch sei die künftige Ausrichtung aber nicht definiert. Verschiedene Möglichkeit, die das bestehende Angebot ergänzende könnten, würden geprüft. «Warum nicht auch mal ältere Menschen, die wie im Film «Young@heart» Rocksongs schmettern, künftig auf die Kuppelbühne stellen?», denkt Lutz laut nach.

Doch das ist noch Zukunftsmusik, fest steht bisher: Im Neubau sollen mehrere Sparten bedient und unterschiedliche Altersgruppen angesprochen werden. Die programmatischen Veränderungen sind nachvollziehbar: Der Neubau der Kuppel wird bedeutend grösser sein als das jetzige Langzeitprovisorium, was dem etablierten Club auch inhaltlich neue Optionen eröffnet.